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Eine der größten Stories der letzten Jahre im Cannabisbereich war der Aufstieg von CBD von einem Nischen- zu einem Mainstream-Produkt, das vielen Menschen die Augen geöffnet hat hinsichtlich der Gesundheits- und Wellness-Vorzüge von Cannabis. Was dazu führte, dass der Markt mit unzähligen CBD-Ölen und -Tinkturen überflutet worden ist, die sowohl von Online-Händlern als auch von namhaften Ladenketten auf den Hauptgeschäftsstraßen dieser Welt angeboten werden. 

Wenn Dich Deine Großmutter fragt „hast Du mein Cannabis gesehen?“, dann weißt Du, dass die Pflanze einen ganz neuen Status erlangt hat! Genau das ist in den letzten Jahren passiert, viele Konsumentengruppen ohne „Gras-Vorgeschichte“ sind in positiver Weise auf Cannabis aufmerksam geworden. Gleichzeitig hat die riesige Auswahl an CBD-Produkten auf dem Markt unweigerlich zu Quacksalberprodukten aus dubiosen Quellen geführt, die sensationelle Gesundheitsversprechen machen. 

Natürlich haben Menschen, die CBD-Öl-Produkte verwenden - besonders solche mit einer Krankheitsvorgeschichte - Bedenken bezüglich der Produktsicherheit, sowie andere Fragen, etwa welche die besten Produkte zum Kaufen sind und wie man sie anwendet.

 

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Was ist CBD-Öl?

Den Kern eines jeden CBD-Öl-Produkts macht natürlich CBD aus, was für Cannabidiol steht. CBD ist ein Inhaltsstoff – einer von mehr als 100, die von der Wissenschaft bisher identifiziert worden sind – der auf natürliche Weise in der Cannabispflanze vorkommt. Dieser Inhaltsstoff wird aus der Cannabispflanze mittels eines Prozesses extrahiert, der dafür Kohlendioxid (oder Lösungsmittel) verwendet. Der CBD-Extrakt wird dann einem Träger-Öl zugeführt, oft ist dies Kokosöl, aber auch Hanfsamenöl ist ein beliebter Träger. CBD-Öl ist also eine verdünnte Lösung mit einem bestimmten CBD-Prozentgehalt. 

 

Ist CBD-Öl legal?

Während die Cannabispflanze als solche in den meisten Ländern illegal ist, ist CBD – in extrahierter Form – in den meisten legal. Dies ist so, weil CBD-Produkte einen sehr geringen Prozentgehalt an THC aufweisen (üblicher Weise weniger als 0,6%), was sie rechtlich akzeptabel macht. Die Legalität von CBD innerhalb der Europäischen Union wird zwar durch EU-Vorschriften geregelt, doch auf nationaler Ebene gibt es Unterschiede hinsichtlich der rechtlich zulässigen THC-Prozentgehalte (der zwischen 0,2 und 1% variieren kann). In den USA ist CBD legal, wenn ein Produkt weniger als 0,3% THC enthält, wobei auch hier manche Bundesstaaten ihre eigenen CBD-spezifischen Vorschriften haben. Zwei Ratschläge zum Kauf von CBD-Öl: Informiere Dich über die rechtlich zulässige THC-Prozentgehaltgrenze in Deinem Land (besonders wenn Du von einem Online-Händler kaufst), und wenn Du mit CBD-Öl über eine Landesgrenze fährst, informiere Dich vorher über die rechtliche Situation in Deinem Reiseziel-Land.

 

Macht CBD-Öl high?

Nein! Obwohl beide Inhaltsstoffe der Cannabis Sativa-Pflanze entstammen, ist CBD nichtpsychoaktiv. Stattdessen bewirkt CBD Entspannung – für Kopf und Körper – was der Grund dafür ist, dass es bei medizinischen Anwendern beliebt ist und bei einer Reihe von gesundheitlichen Beschwerden symptomlindernd wirkt. Diese Wirkung unterscheidet sich sehr von der des THCs (Tetrahydrocannabinol), dem psychoaktiven Element, das eine Rauschwirkung verursacht, die von Konsumenten oft als „High“ bezeichnet wird. 

 

Wie funktioniert CBD?

Der therapeutische Nutzen von CBD steht immer noch im Fokus wissenschaftlicher Forschung, und die Ergebnisse sind wie Puzzleteile, die dem komplexen Bild davon hinzugefügt werden, was CBD im Körper bewirkt. Die Wissenschaft hat bisher knapp 70 molekulare Zielstrukturen identifiziert, an denen CBD im Körper andockt, darunter z. B. Serotonin und Vanilloid-Rezeptoren. Zusätzlich zu seinem Nutzen bei spezifischen Gesundheitsbeschwerden wird CBD auch eine Rolle beim Ausgleich von Schwankungen im Endocannabinoid-System zugeschrieben. Eine Störung dieses Systems kann für manche Beschwerden verantwortlich sein, und trägt, wenn es intakt ist, jedoch zum allgemeinen persönlichen Wohlbefinden bei. 

 

Was ist das Endocannabinoid-System?

Das Endocannabinoid-System wurde von der Wissenschaft erst in den 1990er Jahren entdeckt. Einfach ausgedrückt geht es hierbei um Neurotransmitter, die an Cannabinoid-Rezeptoren (wie CB1 und CB2) im ganzen Körper und Rezeptorproteine in unserem Nervensystem binden. Das Endocannabinoid-System ist etwas, das alle Säugetiere haben, und dafür verantwortlich, den Körper in einer homöostatischen Balance zu halten – es wird angenommen, dass es eine große Anzahl von körperlichen Prozessen reguliert, einschließlich der Immunsystemaktivität, Schmerzverarbeitung, Appetit, Stimmung und Erinnerungsvermögen. Diese ideale natürliche Balance kann durch die Art der Lebensführung beeinträchtigt werden, und Faktoren wie Umweltbelastungen, schlechte Ernährung, Verletzungen und Stress können das Gleichgewicht stören. Es wurde herausgefunden, dass CBD einen Beitrag zur Korrektur eines solchen Ungleichgewichts leistet.

 

Bei welchen Gesundheitsbeschwerden kann man CBD verwenden?

Es gibt viele Versprechungen zur gesundheitsfördernden Wirkung von CBD-Öl, umso wichtiger ist es, eigene Recherchen anzustellen, wenn man es bei einem ganz bestimmten Leiden einsetzen möchte. Wovor sich ein Konsument hüten sollte, sind sensationelle Behauptungen (wie z. B. dass CBD Krebs heilen kann), wie sie oft über die sozialen Medien verbreitet werden. Doch wissenschaftliche Studien haben auf einigen Gebieten die Wirksamkeit von CBD bei der Symptomlinderung von weit verbreiteten Gesundheitsbeschwerden herausarbeiten können.

  • Schmerzen: Chronische körperliche Schmerzen – von Rückenleiden über Muskelschmerzen bis zu Arthritis in den Knochen – sind einer der Hauptgründe, warum Leute CBD-Öl-Produkte kaufen und anwenden.
  • Schlaflosigkeit: Es wurde nachgewiesen, dass CBD bei der Behandlung von Schlaflosigkeit. hilfreich sein kann.
  • Angststörungen: Eine Reihe von Studien zur angstlösenden Wirkung von CBD hat ermutigende Resultate geliefert.
  • Entzündungen: Wissenschaftliche Studien haben nachgewiesen, dass CBD stark entzündungshemmende Eigenschaften besitzt.
  • Epilepsie: Die förderliche Wirkung von CBD bei der Behandlung von Epilepsie, besonders bezüglich einer Reduzierung der Anfallhäufigkeit, ist wohldokumentiert. 

 

Dies ist ein relativ neuer Zweig der medizinischen Forschung, man darf also weitere Studien zur Wirksamkeit von CBD-Öl bei der Behandlung spezifischer gesundheitlicher Beschwerden erwarten. Wenn Du bereits andere Medikamente einnimmst, ist es ratsam, erst Deinen Arzt zu konsultieren, bevor Du CBD mit der bereits vorhandenen Medikamentierung kombinierst.

 

Wie viel CBD-Öl sollte man einnehmen?

Das Problem mit allgemeinen Fragen wie dieser ist, dass sie nicht ohne Zugrundelegung des Prozentgehalts eines bestimmten CBD-Öl-Produkts beantwortet werden können. Die Prozentgehalte der angebotenen CBD-Öle variieren zwischen 3 und 30%, und die Tatsache, dass der Gehalt stattdessen manchmal auch in Milligramm ausgewiesen wird, sorgt für noch mehr Verwirrung. Eine einfache Faustregel ist, mit einer geringen Dosis zu starten und diese langsam zu erhöhen, bis man den richtigen Level für sich gefunden hat. Jeder Mensch ist anders (hier ist es wichtig, das Endocannabinoid-System in die Betrachtung miteinzubeziehen, wie es den individuellen Körper reguliert), und darum kommt es darauf an, dass man für sich den richtigen CBD-Level findet, was eine Weile dauern kann. Man sollte CBD-Öl nicht als schnelles Wundermittel betrachten, sondern als Teile eines fortwährenden Gesundheits- und Wellness-Programms. Die Wirkung tritt nicht unverzüglich ein, wobei man den Effekt von unter die Zunge appliziertem CBD-Öl binnen einer Stunde merken sollte.

 

Trägt CBD zum allgemeinen Wohlbefinden bei?

Neben der Anwendung von CBD-Öl zur Linderung gesundheitlicher Beschwerden hat die Interaktion von CBD mit dem menschlichen Endocannabinoid-System ein förderliches Potenzial für das allgemeine Wohlbefinden. Ein gut ausbalanciertes Endocannabinoid-System wirkt sich vorteilhaft auf den menschlichen Körper und seine Harmonie aus. Man sollte CBD zwar nicht als Allheilmittel ansehen (Lifestyle-Faktoren wie gesunde Ernährung und Sport spielen z. B. auch eine große Rolle für das menschliche Wohlbefinden), aber die Einnahme von CBD-Öl als Nahrungsergänzungsmittel hat erwiesenermaßen positive Auswirkungen. Es ist auch wichtig zu wissen, dass viele Anwender davon berichtet haben, dass sie die Wellness-Wirkung von CBD-Öl erst nach Wochen oder Monaten täglichen Gebrauchs gespürt haben (und froh sind, dass sie es so konsequent durchgezogen haben!).

 

Hat CBD-Öl ungute Nebenwirkungen?

Da es noch nicht genügend Forschungsergebnisse gibt, haben es Regulierungsbehörden wie z. B. die FDA (USA) bisher abgelehnt, CBD-Öl offiziell als sicher einzustufen. Bis dato hat jedoch noch keine Studie Hinweise auf mögliche unerwünschte Nebenwirkungen der Einnahme von CBD geliefert. Wie bereits erwähnt, sollten Anwender aber trotzdem vorsichtig dosieren, besonders wenn sie CBD zur Behandlung einer bestimmten Erkrankung einsetzen. 

 

Sind alle CBD-Öle gleich?

Nein. Die erste Sache, die man prüfen sollte, bevor man CBD-Öl kauft, ist, ob es aus einer verlässlichen Quelle stammt – schließlich kann jeder Flüssigkeit in ein Fläschchen füllen und behaupten, es sei CBD! Tests von auf dem Markt erhältlichen Produkten haben ergeben, dass viele von ihnen einen viel geringeren CBD-Prozentgehalt haben als angegeben (und in einigen Fällen sogar gar kein CBD!). Des Weiteren sollte man auf den CBD-Prozentgehalt des CBD-Öls achten, weil dieser Wert zwischen 3-30% liegen kann. Man sollte nicht davon ausgehen, dass ein höherer Prozentgehalt automatisch besser für die Behandlung eines spezifischen Leidens ist. Informiere Dich so gut es geht und spreche mit anderen CBD-Anwendern, die ähnliche Beschwerden haben, um Tipps für einen gut geeigneten Prozentgehalt zu erhalten.

 

Was ist der Unterschied zwischen isoliertem und Vollspektrum-CBD-Öl?

Als “isoliertes” CBD-Öl bezeichnet man ein Produkt, dass aus der Pflanze gewonnenes CBD in reiner Form enthält (das CBD wurde also aus dieser isoliert). Mit Vollspektrum-CBD-Öl ist ein Produkt gemeint, dass zusammen mit der ganzen Bandbreite an Cannabinoiden, Terpenoiden, Flavonoiden und anderen in der Pflanze enthaltenen essenziellen Ölen und biochemischen Stoffen extrahiert wurde. Die Kombination all dieser Inhaltsstoffe bewirkt den sogenannten “Entourage-Effekt“ (positiver Synergie-Effekt), von dem angenommen wird, dass er eine zusätzliche günstige gesundheitliche Wirkung auf den Körper hat.

 

Was hat es mit CBD-Öl und der Novel-Food-Richtlinie auf sich?

Gemäß EU-Recht ist ein neuartiges Lebensmittel ein Produkt, dass vor 1997 noch nicht von vielen Menschen konsumiert wurde. Es gab viele Diskussionen und viel Ärger wegen der Frage, ob CBD als neuartiges Lebensmittel eingestuft werden sollte. Alles dreht sich dabei um Regulierung – es gibt sie im Interesse der Verbrauchersicherheit für alle möglichen Produkte, und mit CBD wurde diesbezüglich bisher ein lockerer Umgang gepflegt. Die EU (und auch Großbritannien) argumentiert, dass die Aufnahme von CBD in die Novel Food-Liste den Konsumenten mehr Schutz bei der Produktsicherheit bieten wird. Ab März 2021 müssen Firmen, welche die neuen Auflagen nicht erfüllen, ihre Produkte aus den Regalen nehmen. 

 

 

Ist CBD-Öl das einzige erhältliche CBD-Produkt?

CBD-Öl ist zwar eines der bekanntesten (und beliebtesten) Produkte auf dem Markt, doch es gibt noch viele andere CBD-Darreichungsformen, mit den man die gewünschte Wirkung erzielen kann. Es gibt beispielsweise auch entsprechende Tinkturen, Cremes, Zäpfchen oder sogar Badesalze. Man kann natürlich auch CBD-reiche Cannabissorten anbauen, die einen hohen Prozentgehalt an diesem Cannabinoid haben (zum CBD-reichen Sortiment Paradise Seeds gehören Sorten mit CBD-Prozentgehalten von 15-20% und <1% THC). Jeder, der sich überlegt, CBD-Sorten selbst zu kultivieren, sollte sich aber vorher über den rechtlichen Status des Cannabisanbaus in seinem Land informieren.