Sind Cannabinoide die Zukunft der Medizin? - Paradise Seeds Je mehr wir über die Cannabispflanze lernen, desto mehr entdecken wir, was sie für eine erstaunliche Pflanze ist. Die Leute aus der Cannabis-Community haben das schon seit vielen Jahren gepredigt... aber erst jetzt fängt der Rest der Welt an zuzuhören!

Weil Wissenschaftler die Geheimnisse von Marihuana lüften und dabei zu verstehen lernen, wie die Cannabispflanze funktioniert, öffnen sich neue Türen bezüglich der Verwendung als Medizin. Der Schlüssel zur Wirkungsweise sind die von den Blüten produzierten biochemischen Wirkstoffe, bekannt als Cannabinoide, und wir lernen ständig etwas Neues über ihre einzigartigen Kräfte.

Das Besondere an Cannabinoiden ist, dass sie scheinbar die Endocannabinoide widerspiegeln, die vom menschlichen Körper produziert werden und dabei helfen, die Harmonie und Gesundheit unserer Körpersysteme aufrecht zu erhalten. Durch die Nutzung der Kraft der Cannabinoide kann theoretisch eine Medizin entwickelt werden, die Fehler in unserem persönlichen Endocannabinoidsystem behebt und so auch gegen verschiedene Krankheiten wirken kann.

Wieviele Cannabinoide gibt es?

Die bekanntesten Cannabinoide sind THC (Tetrahydrocannabinoid) und CBD (Cannabidiol), aber sie sind nur zwei von vielen. Wie vielen? Nun, die Wissenschaft entdeckt fortwährend neue Cannabinoide. Dr. David Meiri vom Techion-Institut erklärte auf einer Cannatech-Konferenz, dass in seinem israelischen Labor bereits 144 Cannabinoide entdeckt worden seien!

Durch die wissenschaftliche Forschung wird immer mehr über diese einzelnen Komponenten und ihre besonderen medizinisch nutzbaren Qualitäten herausgefunden. In vielen Fällen haben sich bestimmte Kombinationen von Cannabis-Wirkstoffen als medizinisch noch wirksamer erwiesen. Andere bekannte Cannabinoide sind z. B. CBC (Cannabichromen), CBN (Cannabinol), CBG (Cannabigerol) und THCV (Tetrahydrocannabivarin):

CBC - Wie auch CBD handelt es sich hierbei um einen nicht-psychoaktiven Wirkstoff (er macht Dich also nicht high). Er wird wegen seiner entzündungshemmenden, krebshemmenden und antidepressiven Eigenschaften erforscht. Eine Studie von 2013 legt sogar nahe, dass er das Wachstum neuer Zellen anregt.

CBN – Italienische Studien haben ergeben, dass CBN antibiotische Eigenschaften hat (und sogar gegen MRSA-Bakterien wirksam ist), und durch die Stimulierung der Endorphinproduktion ist es genau wie auch das THC ein effektives Schmerzmittel. Laboruntersuchungen in Kalifornien legen zudem nahe, dass es als Sedativum genau wirksam wie Valium ist.

CBG – Dieser Wirkstoff hat in der wissenschaftlichen Forschung einiges Interesse auf sich gezogen. Er zeigt deutliche antibiotische und pilzhemmende Eigenschaften, und seine schmerzlindernden Eigenschaften sollen stärker als die von THC und CBD sein.

Sind Cannabinoide die Zukunft der Medizin? - Paradise Seeds THCv – Dies ist einer der Wirkstoffe, die aufgrund ihrer krampflösenden Wirkung erforscht worden sind, mit der beispielsweise epileptische Anfälle reduziert werden können. Außerdem scheint es den psychoaktiven Effekten des THC entgegenzuwirken und deshalb ein potenzielles Gegenmittel gegen Cannabis-induzierte Psychosen zu sein.

Die Cannabinoid-Forschung steckt noch in den Kinderschuhen

Mit jeder wissenschaftlichen Studie zu Cannabinoiden und der Rolle, die sie spielen, verstehen wir etwas mehr davon. Die gute Nachricht ist, dass die Wissenschaft im Verlaufe der Zeit auch immer mehr davon versteht, wie Cannabinoide am wirksamsten eingesetzt werden können. Die nicht so gute Nachricht ist, dass noch ein weiter Weg zurückzulegen ist bis das Verständnis vollständig sein wird.

Um ein Beispiel zu nennen - Dr. Meiri berichtete vor dem Cannatech-Publikum von seiner Laborforschung und der Herausforderung herauszufinden, welche die effektivste Kombination von Cannabinoiden für die Behandlung bestimmter Krankheiten ist. Er sprach davon, wie drei verschiedene Typen von Krebszellen (Brust, Darm und Prostata) im Labor vermehrt und mit Cannabis behandelt wurden. Das Ergebnis war, dass Cannabis bei zwei dieser Krebsformen eine positive Wirkung hatte (also Krebszellen absterben ließ), bei der dritten jedoch nicht.

Sein Fazit? “Man kann nicht generell behaupten, dass Cannabis gut gegen Krebs ist.” Und jede Cannabissorte ist im Prinzip eine verschiedene Medizin und deswegen stellt sich die Aufgabe herauszufinden, welche Sorte oder Cannabinoid-Kombination bei welcher Krankheit am besten hilft. Wenn das, was er sagt, zutrifft, wäre ein natürlicher Cannabisextrakt (aus verschiedenen Sorten oder Pflanzenpartien hergestellt) möglicherweise unwirksam, wenn er nicht die richtige Mischung von Cannabinoiden enthält, die für die Therapierung einer ganz bestimmten Krankheit erforderlich ist.

In Übereinstimmung mit der allgemeinen Entwicklung im Medizinbereich wird die Zukunft Cannabis-basierter Medizin wohl von der Individualisierung der Therapie abhängen, also von einer spezifischen Cannabinoid-Kombination für eine bestimmte Krankheit, an der jemand leidet. Das zunehmende Wissen über diese Cannabis-Wirkstoffe könnte neue Türen für den Einsatz von medizinischem Cannabis öffnen.