In vergangenen Zeiten dachte man bei Cannabis-Aktivisten üblicher Weise an langhaarige Hippies, die nach Patschuli-Öl riechen und über Liebe, Frieden und Gras reden. Das war einmal! Denn im 21. Jahrhundert kommt der Cannabis-Aktivismus in vielfältiger Gestalt daher.

Feed the Birds-Cannabissamen: „Fütter die Vögel“

Feed the Birds-Cannabissamen: Fütter die Vögel Guerrilla-Growing mit Cannabissamen ist nichts Neues. Es war seit jeher für viele Amateur-Grower, die nicht die Möglichkeit hatten, zuhause anzubauen, eine gute Lösung, im Wald, an Felderrändern oder auf brachliegenden innerstädtischen Flächen einige Samen anzupflanzen. Aber wie Dir wohl jeder Guerilla-Grower berichten kann, liegt es in den Händen Gottes, ob solche Bemühungen von Erfolg gekrönt sind oder trauriger Weise ins Leere laufen. Das Wetter, Schädlinge, Vögel, Kaninchen, Rehe oder Gelegenheitsdiebe – Es gibt viele Faktoren, die einen Guerilla-Grow scheitern lassen können.

Für eine ganz bestimmte Cannabis-Aktivistengruppe ist es jedoch genau das Ziel, Vögel zum Vertilgen von Cannabissamen zu ermuntern. Feed the Birds ist eine englische Organisation, die eine Sommerkampagne gestartet hat, um Cannabissamen an so vielen Plätzen wie möglich auszubreiten. Seit April hat sie Tausende von Hanfsamen verschenkt und viele Leute dazu aufgefordert, sie zu kultivieren - und damit Vögel zu füttern, welche die Samen ausscheiden und so über das gesamte englische Land verteilen, auf dass blühende Hanflandschaften entstehen.

„Sehr verehrte Damen und Herren“, teilt Feed the Birds auf seiner Facebook-Seite mit, „Willkommen zu unserem friedlichen und legalen Protest. Wir sind Feed the Birds, und das ist Deine Revolution... Wir wollen, dass jede Stadt und jedes Dorf hanfgrün wird... durch engagierte Menschen, die Vögel mit Cannabissamen füttern.“

Die ersten Grow-Berichte zeigen, dass bereits Hanfpflanzen an einigen der bekanntesten Plätze in England wachsen, einschließlich Tower Bridge und Big Ben in London und The Angel of the North (Engel des Nordens) in der Nähe von Newcastle. Der Gründer der Initiative, Finn Hemingway (irgendwie verwandt mit dem großem Earnest?!...) sagte einer englischen Zeitung, dass sie ein visueller Protest gegen die Prohibition sein und der Unterstützung von Cannabis als Medizin dienen soll.

Cannabis-Aktivismus Schaut im Frühherbst auf die Website dieser Aktivistengruppe, um entsprechende fotografische Beweise zu sehen!

Befreit Cannabis!

Machst Du von Deinem demokratischen Recht Gebrauch, zu wählen? Falls nicht, lies Dir das Folgende bitte mal gut durch...

Anfang dieses Monats beschritten Marihuana-Aktivisten von der Silicon Valley Cannabis Coalition in Kalifornien einen neuen Weg, um für ihr politisches Anliegen zu werben. Es ging ihnen darum, den Stadtrat von San Jose davon abzuhalten, Beschränkungen bei medizinischem Cannabis durchzudrücken, indem sie Politiker mit einer cannabisfreundlichen Haltung in den Rat entsenden wollten.

Da vorhergesagt wurde, dass die Wahlbeteiligung auf ein historisches Tief sinken würde, schätzte die SVCC, dass sie einen echten Wechsel erreichen könnte, wenn es ihr gelänge, die Cannabisunterstützer des Wahlbezirks an die Urne und zur Abstimmung bewegen zu können. Das Resultat war die „Weed for Votes“-Kampagne („Gras für Stimmen“). Ja, Du hast richtig gelesen! Gratis-Gras im Gegenzug für die Stimmabgabe.

Während wir von Paradise Seeds der Meinung sind, dass Aktivismus nicht unbedingt mit Belohnungen einhergehen sollte (wobei – wer würde eine Gratis-Gras-Aktion nicht befürworten?!), zeigt diese Geschichte doch, dass wenn die Cannabis-Community sich geschlossen an die Wahlurne begibt, dadurch Einfluss zu ihren Gunsten auf demokratische Prozesse genommen werden kann...

Cannabis-Aktivismus – Taktiken für ein neues ZeitalterCannabis-Aktivismus – Taktiken für ein neues Zeitalter

Die Cannabis-Reformbewegung realisiert zunehmend, dass es für das Zustandekommen von Veränderungen notwendig ist, diese ganzen bequemen Stereotype herauszufordern, in Frage zu stellen. In einem früheren Paradise Seeds-Newsartikel (Medical Cannabis Bike Tour: Inspiration auf Rädern) haben wir bereits über den großen Einfluss unserer jährlichen Fahrradtour auf eine solche Wahrnehmungsveränderung gesprochen, durch die Kombination von Cannabis mit Sport.

Aktivitäten wie diese befreien den Cannabis-Aktivismus von jenen Hippie-Stereotypen und heben sie auf eine Ebene, mit der sich auch solche Teile der Gesellschaft auseinandersetzen können, die sonst keinen Bezug zu Cannabis haben. Die Tatsache, dass die Medical Cannabis Bike Tour - wie auf ihrer Website berichtet wird - darüber hinaus auch beträchtliche Spendengelder für gemeinnützige Zwecke sammelt, veranlasste die führende Cannabissorten-Fachseite Leafly.com dazu, ihr „Aktivismus mit hoher Drehzahl“ zu bescheinigen.

Früher, in den Tage von Frieden, Liebe und Gras, war das Demonstrieren auf der Straße die einzig mögliche Protestform für engagierte Leute. Im digitalen Zeitalter jedoch haben sich viele neue Kanäle ergeben, die von den Menschen genutzt werden können, um ihre Botschaft zu transportieren, und das gleich zu einem weltweiten Publikum. Und, wir wie alle wissen, ist es im Facebook-Zeitalter so, dass Neuigkeiten sich umso schneller verbreiten, desto lustiger und unterhaltsamer sie sind...