Cannabis und Fahren - Paradise Seeds

Gras beeinträchtigt Deine Reaktionszeit

Ein neues Video zirkulierte in den vergangenen Monaten im Internet. Es war vom Verkehrsministerium des Bundesstaates Colorado in Auftrag gegeben worden, um die Bevölkerung vor den Gefahren zu warnen, die das Fahren unter Marihuana-Einfluss mit sich bringt.

In dem Video wird angegeben, dass in diesem Bundesstaat 19% aller Delikte im Bereich Drogen am Steuer auf Marihuana zurückgehen. Warum? Weil es Deine Reaktionszeit beeinträchtigt. Um Dir das klar zu machen, versuche mal, jene kreuz und quer über den Bildschirm springende “Skip Ad”-Einblendung auf Youtube anzuklicken (für das Protokoll – bei einem nüchtern durchgeführten Test im Paradise Seeds-Büro hat das keiner geschafft!).

Wir als Gesellschaft wurden umfangreich über die Gefahren von Alkohol am Steuer aufgeklärt, was zu dem Ergebnis geführt hat, dass es als soziales Tabu gilt, betrunken auf dem Fahrersitz Platz zu nehmen. Bei Cannabis trifft dies nicht unbedingt zu, viele Gras-Konsumenten denken nicht zweimal nach, bevor sie sich nach dem Kiffen hinters Steuer setzen.

Weil Cannabiskonsum so lange Zeit „unter dem Radar“ geschah, hat es sich erst in den letzten Jahren ergeben, dass die Polizei bei Verkehrskontrollen am Straßenrand vermehrt Drogentests durchführt. In Form einer Speichelprobe aus dem Mundinneren, welche bei einem positivem Ergebnis zu einem anschließenden Bluttest führt.

Was gibt es für Grenzwerte für das Fahren unter Cannabiseinfluss?

Was gibt es für Grenzwerte für das Fahren unter Cannabiseinfluss? - Paradise SeedsEs hängt davon ab, wo auf der Welt man lebt, wieviel Mikrogramm (µg) THC eine Person höchstens im Blut haben darf. In Colorado beispielsweise können Fahrzeugführer wegen Fahrens unter Drogeneinfluss belangt werden, wenn sie mehr als 5,0 μg aktives THC pro Liter Blut im Körper haben.

In Großbritannien und Polen liegt der Grenzwert bei 2 µg/l THC (dem aktiven Wirkstoff der Cannabispflanze), in Frankreich und Deutschland bei 1 µg/l, in Italien bei 0,5 µg/l und in den Niederlanden bei 0,3 µg/l.

Weil die Grenzwerte so niedrig angesetzt sind, kommt dies oft einer “Null Toleranz”-Politik gegenüber Cannabiskonsumenten am Steuer gleich. Cannabis-Aktivisten haben auch kritisiert, dass die Tests die Tatsache ignorieren, dass Spuren eines Cannabiskonsums bis zu einen Monat lang im Blut nachweisbar sind (das Ergebnis also möglicherweise verfälschen können).

Eine Studie von Wolff und Johnston aus dem Jahre 2014 schätzte, dass die durchschnittliche in einem Joint enthaltene Menge Marihuana ungefähr 200 mg beträgt, was ca. 5-30 mg aktivem THC entspricht. Andere Studien haben gezeigt, dass die THC-Konzentration im Blut innerhalb von 3-15 Minuten nach der Aufnahme ihr Maximum erreicht.

Worüber die Gesetzesvertreter aber nur höchst widerwillig sprechen ist die Frage, die sich viele Cannabiskonsumenten stellen: Wie schnell nach dem Konsum ist es OKAY, sich hinters Steuer zu setzten? Grundsätzlich lässt sich sagen, dass wenn man innerhalb der letzten 2-8 Stunden einen Joint geraucht hat, es sein kann, dass man einen THC-Level im Blut hat, der potenziell eine Strafverfolgung nach sich zieht.

Der beste Ratschlag für Cannabiskonsumenten – verantwortungsvoll fahren

Als Cannabiskonsument hat man sich so sehr daran gewöhnt, ständig seine Rechte zu verteidigen, dass es sein kann, dass man eine gewisse Taubheit entwickelt hat gegenüber Argumenten wie „Kiffen ist schlecht für deine Gesundheit“, und daraufhin erwidert „naja, es ist immerhin besser für mich als Alkohol zu trinken oder Zigaretten zu rauchen.“ Ja, das mag stimmen, die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit sollte man aber trotzdem nicht ignorieren...

Das Gleiche lässt sich über bekifftes Fahren sagen. Du denkst womöglich, dass Du bekifft ein besserer Fahrer bist, oder Du denkst, dass Du ein sichererer Fahrer bist, oder Du denkst, dass das Stoned-Sein Deine Fahrtüchtigkeit überhaupt nicht beeinflusst, aber aus gesetzlicher Sicht ist das Gegenteil der Fall. Für Dich als Fahrzeugführer ist das die wichtigste Tatsache, Die Du akzeptieren musst.

Es ist noch nicht sonderlich lange her, dass sich Fahrer, die sich nach Alkoholgenuss hinters Steuer setzen, derselben Argumente bedienten, wenn es um eine anstehende Gesetzesverschärfung ging oder sie in eine Verkehrskontrolle mit Drogentest gerieten. Am Ende des Tages aber gilt: Wenn Du auf der Straße unterwegs bist, geht es nicht nur um Dich. Konsumierst Du Cannabis und setzt Dich anschließend hinters Steuer, riskierst Du Dein eigenes Leben und auch das anderer Menschen im Verkehr. Die Antwort ist einfach. Fahre verantwortungsvoll. Da gibt es nichts zu relativieren.