Cannabis und die italienische Szene - Paradise Seeds Italien ist ein Land, das uns von Paradise Seeds sehr am Herzen liegt. Hier haben wir stets viel Zuspruch erfahren und im Verlauf der Jahre haben wir miterlebt, wie die italienische Cannabis-Szene immer größer geworden ist.

Im Juni waren wir wieder in Italien und hatten einen Stand auf der IndicaSativa-Messe in Bologna, die ein weiteres tolles Event war, das gezeigt hat, wie hochentwickelt die Szene in diesem Land ist. Italienische Grower sind sehr kenntnisreich und befassen sich mit allen Aspekten von Cannabis, einschließlich entspannungsorientierter, medizinischer und kulinarischer (natürlich!) Verwendung.

Auf der Messe haben wir mit vielen Italienern darüber gesprochen, wie sich die Dinge entwickeln, und wir erfuhren ermutigende Neuigkeiten. Es scheint, als ob es dort eine echte Lust auf einen Wandel gibt, auch wenn die Politiker sehr verschiedene Ansichten zu der Frage haben, in welche Richtung das Land steuern soll. Während viele immer noch harte Strafen für Cannabiskonsumenten befürworten, gibt es Politiker von einem neuen Schlag wie Marco Cappato, der für die Legalisierung von Cannabis eintritt und zur Untermauerung dieses Ziels gewagte öffentliche Aktionen durchführt wie z. B. das Aussäen von Hanfsamen auf dem Duca d'Aosta-Platz in Mailand. Und die Radicali Italiani-Bewegung hat mit anderen die Legalisierung unterstützenden Parteien zusammengearbeitet, um einen Gesetzesentwurf zur Legalisierung durch das Parlament zu bringen.

Die Direzione Nazionale Antimafia (die italienische Anti-Mafia-Behörde) hat unterdessen den Wunsch an das Parlament herangetragen, Cannabis zu legalisieren, da sie glaubt, dass dies die Profite des organisierten Verbrechens aushöhlen würde – ein Argument, dass auch in Uruguay zugunsten der Legalisierung vorgebracht wurde.

Die rechtliche Lage

Cannabis und die italienische Szene - Paradise Seeds Seit 2013 ist medizinisches Cannabis in Italien ein legales verschreibungsfähiges Medikament. Der Besitz ist zwar immer noch strafbewehrt, kleine Mengen werden generell aber als Ordnungswidrigkeit eingestuft, wobei die Auslegung des Gesetzes von Region zu Region verschieden ist.

Italien hat seine eigenen gesetzlichen Besonderheiten, was den Anbau von Cannabis betrifft. Man kann zwar eine Cannabispflanze anbauen, aber sobald diese in Blüte geht, ist sie illegal – ganz ähnlich wie in Österreich. Man darf Cannabis auch konsumieren, wenn der THC-Gehalt 1% nicht überschreitet, was bedeutet, dass CBD-reiches Gras formell legal ist. Die Zahl der Grow-Shops und Samenverkäufe hat immer mehr zugenommen und diesen Sommer hat in Mailand sogar Italiens erster Stecklings-Shop seine Pforten geöffnet: Die Hemp Embassy Mailand hat über 150 Cannabis-Sorten in Stecklingsform verfügbar.

Medizinischer Anbau durch das Militär

Medizinisches Cannabis ist in Italien eine große Sache (beliebt sind z. B. Sorten wie unsere Pandora und erdige Durga Mata). Weil immer mehr Menschen über die gesundheitlichen Vorzüge der Cannabispflanze im Bilde sind, schrumpft das Stigma von Cannabis als „Droge“. Behilflich bei dieser Veränderung der kulturellen Wahrnehmung ist unter anderem auch der offizielle, stark publik gemachte Medizinalhanfanbau durch das italienische Militär.

Dieser medizinische Marihuana-Anbau erfolgt in einem chemischen und pharmazeutischen Betrieb in Florenz, der Apotheken mit Cannabisblüten beliefert (ein Programm, das vom Ministerium für Land- und Forstwirtschaft überwacht wird). Der Preis von 30 Euro pro Gramm ist für viele Patienten aber zu teuer, so dass sie kaum eine andere Wahl haben, als illegal ihr eigenes Gras zu ziehen oder es auf dem Schwarzmarkt zu kaufen.

Es passt in diese Zeit, dass die dynamischen, vielfältigen Aspekte der italienischen hemp industry - und Marihuana-Industrie vor kurzem in einer Reportage des National Geographic-Magazins aufgegriffen wurden. Diese unterstreicht, dass Italien auf eine lange Tradition des Hanfanbaus und des Cannabiskonsums zurückblickt. Nachdem sie viele Jahre ein Schattendasein gefristet hat, sieht es nun so aus, als ob sich die italienische Cannabis-Szene anschickt, erneut aufzublühen und in eine sonnige Ära einzutreten!