Cannabislegalisierung in Kanada – der schwierige Weg zur Umsetzung in die RealitätDie Kanadier wissen, wie man gutes Marihuana erzeugt! Auf der ganzen Welt eilt Gras aus BC (British Columbia) ein hervorragender Ruf voraus. Und dank der Wahl einer neuen Regierung, angeführt von einem charismatischen jungen Chef, der für die Legalisierung eintritt, könnte Kanada auf dem Weg zu einem Cannabis-Boom sein.

Justin Trudeau heißt jener gut aussehende Regierungschef, der unter anderem mit dem Versprechen der Cannabislegalisierung an die Macht gelangte. Er hat sogar zugegeben, dass er Gras geraucht hat, seitdem er Parlamentsmitglied geworden ist, und der Huffington Post gesagt: „Ich bin keiner, der besonders an bewusstseinsveränderten Zuständen interessiert ist, aber ich werde auch ganz sicher niemand dafür verurteilen. Ich denke, dass die gegenwärtige Marihuana-Prohibition ungerechtfertigt ist.“

Justin Trudeau - Cannabislegalisierung in Kanada – der schwierige Weg zur Umsetzung in die RealitätEs wird geschätzt, dass eine Million Kanadier Cannabis konsumieren (bei einer Gesamtbevölkerung von 35 Millionen), und dass zwei von drei Kanadiern für die Entkriminalisierung des Besitzes sind.

Der kanadische Cannabisapotheken-Boom führt zu “Konfusion”

Nach den “Kanada wird legalisieren”-Schlagzeilen sehen sich die Liberalen nun, da sie in der Regierungsverantwortung stehen, mit der Herausforderung konfrontiert, ihr Wahlversprechen in die Realität umzusetzen. Wenn man gewissen Berichten Glauben schenken darf, steht eine entsprechende Gesetzesänderung mittlerweile nicht mehr allzu hoch auf ihrer Prioritätenliste.

Eine Presseinformation der Justizministerin aus dem Februar enthält keinerlei Hinweise auf eine bald bevorstehende Änderung, das Dokument wiederholt lediglich das Versprechen, den einfachen Besitz von Cannabis zu Genusszwecken zu legalisieren sowie dessen Verkauf zu regulieren.

Die Leute im Land haben jedoch ganz andere Vorstellungen! Seit dem Wahlsieg der Liberalen öffnen im ganzen Land neue Cannabisapotheken ihre Pforten und die Cannabiskonsumenten sind der Meinung, dass das Strafgesetzbuch für sie nicht länger Geltung haben sollte.

Naturschutzgebiet in KanadaDer oberste Polizeichef sagt “entspannt euch”!

Die kanadischen Medien machen zunehmend die im Lande herrschende “Konfusion” zum Thema. In Kanada ist bereits seit einigen Jahren eine medizinische Marihuana-Kultur etabliert, aber das System wird von der Regierung reguliert, indem sie Lizenzen an medizinische Grower vergibt.

In der Vergangenheit gab es eine Reihe von gerichtlichen Auseinandersetzungen zu der Frage, ob Individuen das Recht zusteht, medizinisches Cannabis anzubauen und damit bedürftige Patienten zu versorgen. Cannabisapotheken sind zwar Teil der gegenwärtigen Medizinalhanf-Realität, aber vom gesetzlichen Status her eigentlich illegal und somit eben nur geduldet. Der nach der Wahl noch weiter verstärkte Medizinalhanf-Boom (und natürlich auch der immer stärker werdende Zeitgeist pro Cannabis als Freizeitdroge) werfen mithin einige brennende Fragen an die Regierungspolitik auf.

Mit einem Interview im Februar hat der Präsident des kanadischen Verbands der Polizeichefs, Clive Weighill (der wie der Inbegriff eines weißhaarigen sittenstrengen Opas aussieht), auf Twitter für viel Aufsehen gesorgt, besonders mit seinem Kommentar zur gegenwärtigen Lage der Cannabisapotheken. Er sagte in diesem Interview mit Kanadas CBC-Kanal: „Ich denke, was wir jetzt brauchen, ist ganz einfach, dass sich alle entspannen und gucken, wie sich die ganze Sache umsetzen lässt.“

Aber klar ist auch, dass viele Leute keine Geduld zum Abwarten haben und dass dies - zum Guten oder Schlechten - das Tempo der Veränderungen auf Kanadas Weg zur Legalisierung diktieren wird.