Das Team Paradise radelt für eine Wende im Medizinbereich
 - Paradise Seeds Diesen Monat rüstet sich Paradise Seeds für eine weitere 420 km lange Radtour durch Zentraleuropa. Sie wird drei Tage dauern und durch Tschechien und Österreich führen. Zeitweise werden wir dabei eine Spitzengeschwindigkeit von 35 km/h erreichen, aber zwischendurch werden wir auch ziemlich kriechen müssen und nur etwa 5 km/h fahren. So oder so, es ist eine ganz spezielle Reise, die wir jedes Jahr wiederholen und immer ein Highlight ist.

Die Rede ist natürlich von der Medical Cannabis Bike Tour, und es wird das sechste Mal sein, dass wir daran teilnehmen. Wir sind ziemlich stolz sagen zu können, dass wir bei der allerersten Bike Tour einer von zwei Teilnehmern waren! Die magischen Reiseerlebnisse der Bike Tour sind im Internet vielfach wohldokumentiert, einen kurzen Überblick über ihre Geschichte findest Du hier.

Die diesjährige Bike Tour endet bei der Cultiva-Hanfmesse in Wien, die diesmal als Besonderheit ihr 10-jähriges Jubiläum begehen wird. Sie verspricht auch deswegen sehr speziell zu werden, weil derzeit letzte Vorbereitungen getroffen werden für den Beginn klinischer Studien in Spanien, die komplett von der Bike Tour finanziert werden (Spenden durch Sponsorengelder). Patienten mit der Diagnose Hirntumor werden dabei in einigen spanischen Krankenhäusern mit einer Kombination aus Cannabinoiden (THC und CBD) und anderen krebshemmenden Medikamenten behandelt.

Medizinisches Cannabis: Ein Sinneswandel

Man hat sich daran gewöhnt, von der positiven Wirkung von Cannabis auf Patienten mit einer großen Bandbreite an Beschwerden und Krankheiten zu hören, angefangen von Arthritis und Muskelschmerzen bis hin zu Epilepsie und Krebs. Cannabis als Medizin ist mehr oder weniger Mainstream geworden. Man muss sich nur mal die diversen Videos im Web anschauen, um zu sehen, welche erstaunlichen Effekte Cannabis haben kann.

Die wissenschaftliche Forschung zu Cannabis steht jedoch immer noch am Anfang. Zur Veranschaulichung: Erst in den 1990er Jahren wurde entdeckt, dass der menschliche Körper über Cannabinoid-Rezeptoren verfügt (die mit Cannabinoiden wie THC und CBD reagieren).

Wissenschaftler machen eine zufällige Cannabis-Entdeckung

Seit ihrem Anbeginn hat die Medical Cannabis Bike Tour die Arbeit von Wissenschaftlern der Complutense-Universität in Madrid unterstützt, besonders die Forschungsarbeit von Dr. Guillermo Valesco und Dr. Manuel Guzman. Die zwar auch zunehmend von der Medizinbranche anerkannt wird, aber als sie vor 20 Jahren damit anfingen, lagen noch viele Steine in ihrem Weg.

Das Team Paradise radelt für eine Wende im Medizinbereich
 - Paradise Seeds Eigentlich hatten sie die Wirkung von Cannabinoiden auf den Stoffwechsel studiert, aber zufällig experimentierten sie auch mit Cannabinoiden und Gliomzellen und fanden heraus, dass die Tumorzellen absterben, wenn man sie mit diesen Wirkstoffen behandelt.

Erst als im Jahre 2000 ein Artikel über ihre Forschung in dem wissenschaftlichen Journal „Nature Medicine“ veröffentlicht wurde, wurden der Wissenschaft in Hinblick auf die potenzielle krebszerstörende Wirkung die Augen geöffnet. Dies führt zu weiteren Berichten in den Medien und mehr Laborstudien, mit denen untersucht werden sollte, wie Cannabinoide Krebszellen attackieren, z. B. bei Gehirntumoren, Haut-, Brust-, Bauchspeicheldrüsen- und Lymphdrüsenkrebs.

Doch diese Studien untersuchten nicht nur, wie Cannabinoide Krebszellen zerstören, sondern auch, wie sie diese “verhungern” lassen, indem sie sie von der zum Wachstum benötigten Nährstoffzufuhr abschneiden. Dies ist bedeutungsvoll, da viele Menschen an Krebs sterben, weil dieser streut, sich vom ursprünglichen Befallsort aus auf andere Stellen im Körper verteilt. Cannabinoide scheinen diesen Wanderungsprozess zu hemmen - eine Erkenntnis, die zu einer wissenschaftlichen Revolution führen könnte.

Das Tolle an der Medical Cannabis Bike Tour ist unter anderem, dass sie es sich zum Ziel gesetzt hat, die Wissenschaft zu fördern. Die Ergebnisse der klinischen Studien werden der gesamten Wissenschaft zur Verfügung gestellt und hoffentlich als Grundlage für die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden dienen, was Krebspatienten zukünftig Hoffnung machen könnte. Es ist also an der Zeit, sich auf den Sattel zu schwingen und loszulegen. Tschechien und Österreich, wir kommen...!