Donald Trump smoking a joint - Paradise SeedsIn diesem Januar wird Donald Trump zum 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt. Es ist eine Story, die direkt aus einem Freak Brothers-Comic oder einem Harold und Kumar-Film hätte entnommen werden können, und bei den Simpsons gab es vor vielen Jahren tatsächlich schon eine entsprechende Episode. Aber das Ganze ist nicht zum Lachen. Ob man ihn hasst oder liebt, „der große Donald“ wird bis mindestens 2020 das Sagen haben.

Gleichzeitig mit der Präsidentschaftswahl im November haben vier weitere US-Bundesstaaten (California, Massachusetts, Maine und Nevada) Cannabis für den Freizeitgebrauch legalisiert und North Dakota, Montana, Arkansas und Florida Cannabis als Medizin legalisiert. Dies bedeutet, dass nun schon mehr als die Hälfte der 50 US-Bundesstaaten Cannabis für den medizinischen Gebrauch oder als Freizeitdroge freigegeben haben (oder beides).

Nun, da Donald Trump an der Macht ist – was bedeutet das für die Cannabis-Legalisierungsbewegung? Wie bei vielen Aussagen, die Trump im Wahlkampf getätigt hat, bleibt das, was er wirklich denkt, für die meisten ein Rätsel. Paradise Seeds hat jedoch in bester Sherlock Holmes-Manier das vorliegende Beweismaterial analysiert!

Vier Hinweise, ob Donald Trump gut oder schlecht für die Cannabislegalisierung ist:

1) Was hat Trump bisher über Cannabis gesagt?

1990 erklärte Trump gegenüber dem Miami Herald: „Wir verlieren den Krieg gegen Drogen auf ganzer Linie. Um diesen Krieg gewinnen zu können, muss man Drogen legalisieren. Man muss den Drogenbaronen den Profit entreißen.“ Zeitsprung ins Jahr 2015 – da sagte er der Washington Post: „Was Marihuana und die Legalisierungsfrage angeht, sollten die einzelnen Bundesstaaten selbst darüber entscheiden können... Marihuana ist solch eine große Sache. Auf medizinischer Ebene sollte die Legalisierung vollzogen werden, nicht wahr? Sollten wir da zustimmen? Ich denke, ja. Alles andere sollten wir wirklich den Bundesstaaten überlassen.“ So weit, so gut...

2) Wie denkt Trumps neue Regierungsmannschaft über Cannabis?

Okay, hier werden die Dinge komplizierter und schwerer vorhersagbar. Seine neu zu berufende Regierungstruppe ist überwiegend dem Hardliner-Lager zuzurechnen (Wahnsinn: der angehende Verteidigungsminister hat den Spitznamen „tollwütiger Hund“!) und dazu zählt auch Senator Jeff Sessions, der kommende Justizminister, der dem Recht- und Gesetzesapparat vorstehen wird. Dieser Mann hat öffentlich gesagt „gute Menschen rauchen kein Marihuana“, und es ist ferner belegt, dass er den Ku Klux Klan für „okay“ hielt, bis er erfuhr, dass auch Mitglieder dieser Gruppe Gras rauchen. Momentan befindet sich die Cannabis-Legalisierungsbewegung zwar auf der Siegerstraße, weil immer mehr Bundesstaaten pro Legalisierung stimmen. Gemäß Bundesrecht bleibt Cannabis aber illegal. Falls Senator Sessions also Cannabis den Kampf ansagen will, könnte dem Cannabis-Business eine schwere Zeit bevorstehen.

Donald Trump smoking a joint - Paradise Seeds3) Was bedeutet Trumps Wirtschaftspolitik für Cannabis?

“Lasst uns Amerika wieder groß machen!” – das war die Botschaft seiner Kampagne, die durch alle Fakten und Zahlen sowie die politischen Ankündigungen des Clinton-Lagers drang. Für Menschen, die weder Geld noch Arbeit haben und von den Vorteilen einer globalisierten Wirtschaft ausgeschlossen sind, war dies eine Botschaft, die ihnen Hoffnung gab. Nun, da er gewählt worden ist, muss Trump liefern. Wird dieser Geschäftsmann die Tatsache würdigen, dass Cannabis momentan der am schnellsten wachsende Wirtschaftszweig der USA ist (laut ArcView Group) und laut Forbes die Cannabis-Industrie des Landes im Jahre 2016 nach vorläufiger Schätzung einen Umsatz von 7,1 Milliarden Dollar erreicht hat? Um Amerika tatsächlich wieder groß zu machen, muss Trump im Inland jede Menge neue Jobs schaffen, und Cannabis könnte ein wichtiger Motor für dieses benötigte Arbeitsmarktwachstum werden.

4) Wie denken Trumps neue Freunde über Cannabis?

Lasst uns hoffen, dass Trumps Telefongespräch mit dem philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte eine weitere Episode der Reihe „Trump sagt etwas, meint es aber nicht so“ war. Duterte erklärte gegenüber CNN: „Er wünschte mir Erfolg für meine Kampagne gegen das Drogenproblem. Er zeigte Verständnis für die Art und Weise, wie wir die Sache anpacken und sagte, dass nichts Falsches daran sei, das eigene Land zu beschützen.“ Das sagt der gleiche philippinische Präsident, der mithilfe des Militärs und der Polizei mehr als 2000 Drogenhändler und –konsumenten getötet hat, seitdem er im letzten Juni gewählt worden war.

Es wird sich zeigen, was Trumps Präsidentschaft für Cannabis bedeutet. Wir hoffen, dass er den guten Ansatz, den Obama vertreten hat (sich nicht in die Angelegenheiten der Bundesstaaten einzumischen!), weiterverfolgt, aber leider ist es wahrscheinlich, dass es in den nächsten vier Jahren zu einigen unerwarteten Wendungen und Kapriolen kommen wird...