Tabak-Mix oder pur? Was ist in Deinem Joint drin? - Paradise Seeds Rauchst Du Deine Joints mit oder ohne Tabak? Ja, das ist eine gute Frage! Die Antwort hängt stark davon ab, wo auf dieser Welt Du lebst. Was Cannabis-Reisenden schon lange bewusst ist, aber nun gehört diese Frage auch zu den Themen, die der jüngste Global Drug Surveys (GDS) aufgreift.

Was ist der Global Drug Survey?

Der GDS ist eine unabhängige Datenerhebung zum Drogenkonsum, die mit Online-Umfragen arbeitet, um Trends zum Drogenkonsum auf der ganzen Welt zu untersuchen, mit dem Ziel, Drogenkonsum sicherer zu machen (unabhängig vom rechtlichen Status im jeweiligen Land).

Die letzte Untersuchung basierte auf Daten von mehr als 115.000 Personen aus 25 Ländern. Ihre Angaben zu Cannabis beantworten auch die Frage, wie viele Joints die Leute aus einem Gramm herstellen (durchschnittlich sieben), in welchem Land die Menschen am Tag am frühesten high werden (USA), und in welchem Land sich die meisten Konsumenten nach Cannabiskonsum in ärztliche Behandlung begeben müssen (Griechenland).

Tabak-Mix vs Pur: Die kontinentale Trennlinie

Tabak-Mix oder pur? Was ist in Deinem Joint drin? - Paradise Seeds Eines der Themen der Untersuchung im Abschnitt über Cannabis ist, ob Cannabis-Konsumenten ihre Joints mit einer Tabak/Cannabis-Mischung füllen oder pur rauchen. Ein weltweiter Vergleich ergab, dass Italiener, Griechen und Ungarn meist eine Tabak-Mischung rauchen, während Argentinier, Kolumbianer und Amerikaner den Pur-Konsum bevorzugen.

Laut der Untersuchung ist die Beliebtheit der Tabak/Gras-Mischung ein vorwiegend europäisches Kultur-Phänomen, aber die Zahlen verraten nicht warum. Um die europäische Tradition des Mischens von Cannabis mit Tabak zu verstehen, muss man 20-30 Jahre zurückblicken, in eine Ära vor der Revolutionierung des Cannabisanbaus durch Indoor-Growing und professionelle Samenzüchtung.

Denn davor kam das meiste Cannabis auf dem europäischen Markt aus Nordafrika, dem Mittleren Osten und Indien, in Form von importiertem Haschisch. Ältere Konsumenten werden sich noch an jene typischen Haschisch-Blöcke z. B. aus dem Libanon, Marokko oder den Kush-Tälern Nordindiens erinnern, auf die oft eine Art Siegel gedruckt wurde. Und obwohl das Hasch in den Herkunftsländern in Pfeifen oder Chillums geraucht wurde, wurde es dort aus pragmatischen Gründen traditionell oft auch mit Tabak gemischt, da es dann besser und länger brannte.

Europäer, die auf ihren Reisen erstmals mit Haschisch in Berührung kamen, kopierten diese Praxis. Doch es gab noch einen weiteren praktischen Grund. Joints wurden gebaut, um gemeinsam geteilt zu werden, und das Beimischen von Tabak sorgte für einen Spliff, der lang genug brannte, um die Runde machen zu können! In den USA war Haschisch dagegen nie eine große Sache. Dort gab es keine inländische Produktion und auch keine Hasch produzierenden Länder in der Nachbarschaft, und das Klima und die Anbauweise begünstigten die Erzeugung von besserem Outdoor-Gras (oder es wurde aus Mexiko und Mittel-/Südamerika importiert).

In den USA gibt es keine Tradition der Beimischung von Tabak. Der Mix mit Tabak sorgt für ein längeres, gemächlicheres Raucherlebnis. Gras wurde in den USA traditionell pur geraucht, in Form kleiner Pur-Joints, von denen man zwei oder drei Züge nahm, bevor man sie weiterreichte. Es ist eine Tradition, die viele europäische Besucher kalt erwischt hat, denn sie zogen an einem Pur-Joint in der gleichen Weise wie zuhause und mussten dann den Preis dafür bezahlen!

Die gesundheitlichen Vorteile des Pur-Rauchens

Die Global Drug Survey befürwortet sichere Konsumweisen – dieses Thema haben wir in der Vergangenheit bereits in den Paradise Seeds news behandelt.

Obwohl gutes (inländisch angebautes) Gras importiertes Hasch mittlerweile weitgehend ersetzt hat, ist der Tabak/Cannabis-Mix eine europäische Tradition, die sich bis heute gehalten hat. Neben der kulturellen Prägung spielt dabei ein vermeintlicher wirtschaftlicher Vorteil eine Rolle – der Grasvorrat soll länger halten. Aber jene, die anfangen, den Tabak wegzulassen, merken dann oft, dass sie gar nicht viel mehr Gras rauchen als vorher, weil ihr Körper nicht mehr nach dem üblen Nikotin verlangt, das sie früher einen Joint nach dem anderen drehen ließ!