Die britische Regierung erkennt den medizinischen Nutzen von CBD an - Paradise SeedsIm Januar räumte die britische Regierung endlich ein, dass Cannabis einen gewissen medizinischen Wert besitzt. Die Regulierungsbehörde für Medizin- und Gesundheitspflegeprodukte der britischen Regierung verkündete, dass aus der Cannabispflanze gewonnenes CBD (Cannabidiol) nun als Bestandteil von Medizinprodukten anerkannt ist.

In den letzten drei Jahren verzeichnete der Gebrauch von CBD-Produkten in Großbritannien einen Boom (in Form von Öl für Vape Pens), weil sie im Gegensatz zu THC (Tetrahydrocannabinol) keine gesetzlich reglementierte Substanz waren. Diese beiden Wirkstoffe der Cannabispflanze besitzen unterschiedliche Eigenschaften – THC ist für das psychoaktive High verantwortlich, das bei Freizeitkonsumenten so beliebt ist, während CBD entspannend wirkt, ohne dabei psychoaktiv zu sein, und ebenfalls von großem Nutzen für medizinische Anwender ist.

Einige Cannabis-Befürworter werten die medizinische Anerkennung von CBD als Zeichen dafür, dass die britische Regierung ihre Haltung zu Cannabis womöglich ändert (in der Vergangenheit hat sie sich wiederholt geweigert anzuerkennen, dass die Pflanze überhaupt irgendwelchen medizinischen Nutzen besitzt), aber medizinische Anwender sind nun besorgt, dass dies dazu führen könnte, dass sie das zur Behandlung ihrer Leider benötigte CBD nicht mehr im freien Handel erwerben können. Weil nun, da sein medizinischer Wert offiziell anerkannt worden ist, die entsprechenden Vorschriften verschärft und CBD-Händler eine Lizenz brauchen werden.

Die Cannabis-Szene in Großbritannien

Die britische Regierung erkennt den medizinischen Nutzen von CBD an - Paradise SeedsCannabis ist in Großbritannien schon immer populär gewesen, und die britische Regierung schätzt, dass 6,7% der Bevölkerungsgruppe im Alter von 16 bis 59 Jahren im letzten Jahr Cannabis konsumiert haben. Aber obwohl rund um den Globus in Sachen Cannabis zunehmend eine Reformpolitik praktiziert wird, hat sich die britische Regierung bisher hartnäckig geweigert, ihre Hardliner-Position aufzuweichen. Die neue Premierministerin Theresa May hat sich zudem in ihrer Zeit als Innenministerin den Ruf erworben, für die Sache der Cannabislegalisierung keinerlei Sympathien zu hegen.

Die britische Regierung erkennt den medizinischen Nutzen von CBD an - Paradise Seeds2015 debattierten die britischen Parlamentsmitglieder über die Frage der Cannabislegalisierung, nachdem eine Online-Petition 222.000 Stimmen für deren Unterstützung gesammelt hatte. Aber der Justizminister verwarf am Ende jegliche Gesetzänderung. Ein Parlamentsmitglied warf der Regierung Scheinheiligkeit vor, mit dem Argument, dass die gegenwärtige Gesetzgebung Tausende junge Menschen kriminalisiert, obwohl vermutlich 50% der Regierungsmitglieder selbst schon mal Cannabis probiert haben.“

Die Pflanze bleibt also vorerst illegal in Großbritannien, und Cannabis-Konsumenten und –Grower sind landesweit immer noch eine Zielscheibe polizeilicher Verfolgung. Die sensationslüsterne britische Presse, angeführt von Boulevardblättern wie The Sun und The Daily Mail, fixiert sich weiterhin auf das „Cannabis verursacht Psychosen“-Argument, und aufgeflogene Cannabisplantagen werden in den Nachrichten stets als „Skunk-Fabriken“ bezeichnet.

Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass sich die Haltung zu Cannabis stellenweise verändert, wobei dies davon abhängt, wo man in Großbritannien wohnt. Im Bezirk Durham sorgte der dortige Polizeichef für Aufsehen, weil er sagte, dass seine Bediensteten der Suche nach Anbauern mit nur wenigen Pflanzen keine Priorität einräumen würde, und auch andere hochrangige Polizeivertreter im ganzen Land bekannten sich zu einer solchen Praxis. Im November 2016 nannte das Adam Smith-Institut, ein einflussreicher Think Tank, die Cannabispolitik der Regierung „einfach nur peinlich.“

Während auf kurze Sicht gesehen die Akzeptanz von CBD durch die britische Regierung also keine gute Nachricht für medizinische Anwender, die CBD-Produkte bisher frei beziehen konnten, sein dürfte, könnte sie sich auf lange Sicht noch als positiv erweisen: Wie die Erfahrungen in den USA und anderen Ländern gezeigt haben, trägt ein Wandel der Haltung der Regierung zu medizinischem Cannabis zu einer höheren generellen Akzeptanz der Droge in der Gesellschaft bei. Es ist vielleicht nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung... aber zumindest ist es ein Schritt!