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THC-haltige Cannabis-Edibles: Wirkung, Dosierung und sicherer Konsum

Wie konsumierst Du Dein Cannabis? Rauchen, Verdampfen und Dabben sind zwar immer noch die üblichsten Konsumformen, aber essbare Cannabisprodukte erfreuen sich bei Cannabiskonsumenten sowohl zu genussorientierten als auch medizinischen Zwecken immer größerer Beliebtheit.

Eine der interessantesten Folgen der Cannabislegalisierung ist der vermehrte Informationsfluss bezüglich des Cannabis-Konsumverhaltens, wozu auch das Erkennen neuer Trends gehört. Eine in diesem Jahr veröffentlichte Analyse schätzt, dass in den USA  (basierend auf Zahlen aus sieben Bundesstatten, einschließlich Kalifornien und Colorado) der Verkauf von Cannabis-Edibles von medizinischer Güteklasse von 767 Millionen Dollar im Jahre 2019 auf 1,23 Milliarden Dollar im Jahre 2020 gestiegen ist – ein Zuwachs von 60%. Die Entscheidung von Cannabiskonsumenten, Cannabinoide über Nahrung oder Getränke in sich aufzunehmen anstatt sie zu inhalieren, war also ein bedeutsamer Faktor, wobei angenommen wird, dass die Pandemie (und ihre Auswirkung auf das

Sozialverhalten beim Rauchen) hierbei eine wichtige Rolle gespielt hat.

An dieser Stelle sollte man sich daran erinnern, dass sich die Cannabiswelt in ein zweigleisiges System aus legalem und illegalem Markt aufgeteilt hat, was man bei solchen statistischen Reports beachten muss. In Kalifornien ist es beispielsweise total normal, in einem Lebensmittelgeschäft eine Tüte mit Cannabis-Gummies zu kaufen – jedes einzelne mit einer standardisierten Menge THC – doch diesen Luxus gibt es in den meisten anderen Ländern dieser Welt nicht, wo Edibles deswegen nach wie vor eher hausgemacht sind.

Wie funktionieren Cannabis-Edibles?

Im Gegensatz zum Rauchen von Gras mittels Joint oder Bong, wo das THC durch die Aufnahme über die Lunge fast augenblicklich in die Blutbahn gelangt, wird das THC aus Cannabis-Edibles über die Leber verarbeitet. Was bedeutet, dass die Cannabinoide länger zur Entfaltung ihrer Wirkung brauchen. In der Regel dauert es zwischen 30 Minuten und 2 Stunden (bei Edibles, die sich schon im Mund auflösen wie z. B. Lollipops dauert es eher nur 20-45 Minuten).

Genauso wenig aber wie man bei Cannabissamen präzise vorhersagen kann, wie lang sie zur Keimung benötigen, ist dies bei Edibles möglich. Menschen sind verschieden, und deshalb gibt es eine Reihe von Faktoren, die einen Einfluss auf die Wirkungsgeschwindigkeit und -stärke haben.

Welche Faktoren beeinflussen die Wirkung von Edibles?

Der Stoffwechsel: Jeder Mensch ist anders geschaffen, und Größe und Gewicht sind mitentscheidende Faktoren dafür, wie lange die Wirkung zur Entfaltung braucht, wie stark sie vom jeweiligen Konsumenten empfunden wird und wie lange sie anhält. 

Toleranz: Ein großer Fehler, den Cannabis-Erstkonsumenten bei Cannabis-Edibles machen, ist die Annahme, dass eine durchschnittliche Dosis (wie etwa 10 mg) zu einer milden Wirkung führt. Regelmäßige bzw. geübte Cannabiskonsumenten haben eine höhere THC-Wirkungstoleranz und können mehr vertragen als Anfänger. 

Dosierung: Unerfahrenen Konsumenten wird empfohlen, bei der Findung der richtigen Menge langsam und geringdosierend (2 mg) vorzugehen. Warum? Weil ein Cannabis-Raucher die Wirkung einer THC-reichen Sorte schnell spürt, aufgrund der Funktionsweise von Edibles die Wirkung aber später eintritt, womöglich viel stärker ist und länger anhält.

Kommerzielle Produkte vs hausgemacht:  

Wenn Du an einem Ort lebst, wo legale kommerzielle Produkte verfĂĽgbar sind, sind diese mit Informationen darĂĽber ausgestattet, wieviel mg THC in einer Standard-Dosis enthalten sind. Bei hausgemachten THC-Edibles liegen solche Informationen nicht vor, und deswegen sollten sie mit Vorsicht genossen werden.

Wie hoch ist eine empfehlenswerte Dosis ?

“Wenig und langsam” ist bei Cannabis ein oft empfohlene Leitlinie, und das aus gutem Grund. THC ist eine psychoaktive Substanz, und wenn man zu viel davon einnimmt, kann dies z. B. zu Paranoia und Angstzuständen führen und den Konsumenten unter Realitätsverlust auf eine Reise ins Ungewisse schicken… Als Faustregel sind 1-2,5 mg als milde und anfängerfreundliche Dosis zu empfehlen, wohingegen Mengen über 15 mg eine Wirkung entfalten, die bei unerfahrenen Cannabiskonsumenten zu einer negativen Erfahrung führen können. Cannabiskonsumenten sollten sich bei diesem Thema gründlich informieren.

Wie lange hält die Wirkung an?

Für viele Leute, die vom Gras Rauchen zum Essen von Cannabis-Lebensmitteln wechseln, ist der größte Unterschied die Wirkungsdauer. Beim Rauchen eines Joints beträgt die Wirkungszeit generell 1-3 Stunden, wohingegen die Wirkung von Edibles viel länger spürbar ist. Nach drei Stunden ist sie allgemein auf dem Höhepunkt und kann insgesamt 6-8 Stunden anhalten oder sogar noch länger (manche Konsumenten haben auch schon von einer bis zu 24-stündigen Wirkung berichtet).  

Warum sind Cannabis-Edibles so beliebt?

Konsumenten schätzen die Verlässlichkeit einer standardisierten Dosis, sobald sie ihre individuell optimale Menge gefunden haben, und dazu gehört auch die Praxis des Mikrodosierens – Edibles sind eine saubere, effiziente und diskrete Art des Cannabiskonsums. Ein weiterer gewichtiger Grund ist, dass sich die Populärkultur im Cannabisbereich dahingehend geändert hat, dass Rauchen bei jüngeren Generationen nicht mehr so angesagt ist. Aus diesen Gründen werden Edibles sowohl von medizinischen als auch genussorientierten Cannabiskonsumenten sehr geschätzt.

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