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Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026
Ein Steckling ist der schnellste Weg zu einer Pflanze, von der du schon weißt, dass du sie magst: gleiche Genetik, gleiches Wachstum, gleicher Geschmack. Einen Steckling zu schneiden ist einfach. Damit er Wurzeln bildet, brauchst du sauberes Werkzeug, ein stabiles Klima und etwas Geduld. Dieser Leitfaden zeigt dir Schritt für Schritt, wie du Cannabis-Stecklinge selber machst, von der Wahl der Mutterpflanze bis zum Einpflanzen bewurzelter Stecklinge.
Was sind Cannabis-Stecklinge?
Ein Steckling (auch Klon genannt) ist ein Trieb, der von einer lebenden Cannabispflanze, der Mutterpflanze, geschnitten wird, eigene Wurzeln bildet und zu einer neuen Pflanze mit identischer DNA heranwächst. Jeder Steckling derselben Mutter trägt ihre Eigenschaften: Wuchs, Blütezeit, Geschmack und Wirkung, solange du ihm dieselben Bedingungen gibst. Genau diese Gleichmäßigkeit ist der Hauptgrund, warum Grower klonen. Du überlegst, ob du mit Samen oder Stecklingen startest? Unser Vergleich Cannabispflanzen aus Samen oder Stecklingen ziehen hilft dir bei der Entscheidung.
So wählst du die Mutterpflanze
- Wähle einen Keeper. Nimm eine Pflanze, deren Wuchs, Ertrag und Wirkung du kennst und magst, am besten aus stabilen feminisierten Cannabis-Samen. Warum stabile Genetik zählt, erklärt unser Artikel zur Entschlüsselung der Cannabisgenetik.
- Halte sie in der Wachstumsphase. Gib der Mutter mindestens einen Monat in der vegetativen Phase, bevor du Stecklinge schneidest. Reifere Pflanzen liefern Stecklinge, die schneller wurzeln.
- Halte sie gesund. Stabiles Klima, ausgewogene Düngung und keine Schädlinge bedeuten weniger Stress für die Mutter und kräftigere Stecklinge.
- Schneide keine Stecklinge von blühenden Pflanzen. Es geht, aber der Steckling muss erst zurück ins vegetative Wachstum, das kostet Zeit und senkt die Erfolgschance. Mehr dazu in unserem Re-Vegging-Guide.
Wo schneidet man Stecklinge an der Mutterpflanze?
Untere Triebe wurzeln am leichtesten, weil sie nah am Hauptstamm und an den Wurzeln sitzen, wo die natürlichen Bewurzelungshormone der Pflanze am stärksten sind. Wähle einen frischen, gesunden Trieb mit ein bis drei Blattpaaren und mindestens zwei Nodien. An der Mutter schneidest du gerade, 0,5-1 cm unter einem Nodium: Ein gerader Schnitt hinterlässt eine kleinere Wunde und weniger Infektionsrisiko. Wenn du regelmäßig alle paar Tage Stecklinge schneidest, bildet die Mutter außerdem laufend frische Triebe.
Cannabis-Stecklinge schneiden: Schritt für Schritt
Das brauchst du: eine sterile Schere oder ein Skalpell, ein Glas Wasser mit pH 5,8-6,2, Bewurzelungsgel oder -pulver (optional, beschleunigt aber die Bewurzelung), vorgewässerte Steinwoll-, Kokos- oder Torfwürfel und ein Anzuchtgewächshaus mit Haube.
- Sterilisiere dein Werkzeug vor dem Start und zwischen den Pflanzen. Jeder Schnitt ist eine Eintrittspforte für Infektionen, und Viroide wie HLVd verbreiten sich über schmutzige Klingen.
- Schneide den Steckling und stell ihn sofort ins Wasserglas, damit die Schnittstelle nie austrocknet.
- Schneide den Stiel schräg nach. Schneide das untere Ende im Winkel von etwa 45° an, damit die Wurzeln mehr Fläche haben. Kürze die Spitzen der Fächerblätter, um den Wasserverlust zu senken.
- Tauche ihn in Bewurzelungshormon. Klopfe den Überschuss ab: Eine dicke Pulverschicht kann die Bewurzelung bremsen. Hanf klonen ohne Clonex oder ein anderes Bewurzelungsgel geht auch, es dauert nur meist etwas länger und es fallen mehr Stecklinge aus.
- Setze ihn in den Würfel. Drück den Stiel in einen feuchten Würfel mit pH 5,5-6,0, sorge dafür, dass das Medium ihn fest umschließt, und bewege ihn nicht mehr, bis sich Wurzeln zeigen.
- Schließe die Haube. Lass die Lüftungsschlitze etwa die ersten 10 Tage zu und öffne sie dann jeden Tag ein Stück weiter, damit sich die Stecklinge an normale Luft gewöhnen.
Das richtige Klima unter der Haube:
| Einstellung | Zielwert |
|---|---|
| Temperatur | 24-27 °C, möglichst ohne Schwankungen |
| Relative Luftfeuchtigkeit | 75-85 % in den ersten Tagen |
| Lichtintensität | Niedrig, etwa 100-200 µmol/m²/s (PPFD) |
| Lichtzyklus | 18 Stunden oder mehr, wie bei der Mutter |
Stecklinge haben noch keine Wurzeln und verlieren deshalb schneller Wasser, als sie aufnehmen können. Hohe Luftfeuchtigkeit hält sie am Leben, bis die Wurzeln kommen. Wie es danach weitergeht, erklärt unser Artikel zum besten Klima für Cannabis.
Wie lange brauchen Stecklinge zum Bewurzeln?
Unter guten Bedingungen beginnt die Zellteilung nach etwa fünf Tagen, und die ersten Wurzeln zeigen sich meist nach ein bis zwei Wochen. Manche Sorten wurzeln schneller als andere, gib eine langsame Schale also nicht zu früh auf. Welke, hängende Blätter in den ersten Tagen sind normal: Der Steckling verliert Wasser, solange er keine Wurzeln hat. Nicht normal sind ein schwarz werdender Stiel oder Schimmel. Entferne solche Stecklinge sofort, damit sich das Problem nicht ausbreitet.
Sobald weiße Wurzeln aus dem Würfel wachsen, kannst du den Steckling einpflanzen, in einen größeren Topf. Ab dann wächst er wie jede junge Pflanze in der vegetativen Phase weiter.
Kann man Autoflower-Stecklinge machen?
Technisch ja, aber es lohnt sich nicht. Autoflowering-Pflanzen blühen nach einer festen inneren Uhr, die mit der Keimung startet, und ein Steckling ist so alt wie seine Mutter. Wenn er bewurzelt ist, steht er schon kurz vor der Blüte, ohne Zeit zum Wachsen, und der Ertrag bleibt winzig. Zieh Autoflowers aus Samen und klone lieber photoperiodische Sorten. Den Unterschied erklärt unser Artikel Photoperiode vs. Autoflower.
So bleiben deine Stecklinge vital
Klonen spart Zeit und Geld und liefert gleichmäßige Pflanzen, hat aber Grenzen. Jeder Steckling erbt die Schwächen seiner Mutter genauso wie ihre Stärken, Stecklinge von außen können Schädlinge und Krankheiten in deinen Growraum bringen, und manche Sorten wurzeln einfach schwerer als andere. Wer über Jahre dieselbe Linie klont, erlebt außerdem oft, dass Mutterpflanzen an Kraft verlieren, durch Stress, Alterung oder versteckte Infektionen wie Viroide.
Die Lösung ist einfach: Ersetze deine Mutterpflanzen regelmäßig und zieh eine neue Mutter aus Samen, wenn eine Linie nachlässt. Für die großflächige, krankheitsfreie Vermehrung setzen manche Betriebe inzwischen auf Gewebekultur, bei der neue Pflanzen aus einer winzigen Gewebeprobe im sterilen Labor entstehen.
Starte mit der richtigen Genetik
Ein Steckling ist nur so gut wie die Mutter, von der er stammt. Wir züchten seit 1994 Cannabis-Samen in Amsterdam und selektieren auf genau die Stabilität, die eine gute Mutterpflanze ausmacht. Finde deinen nächsten Keeper unter unseren feminisierten Cannabis-Samen, oder spar dir das Bewurzeln mit fertig bewurzelten Cannabispflanzen, wo das in deinem Land erlaubt ist.