Cannabis Toppen und Fimmen: So geht’s richtig

Topping und FIM funktionieren nach demselben Prinzip: Unterbrich das Hormon, das deine Pflanze geradewegs nach oben treibt, und sie lenkt diese Energie stattdessen zur Seite um, in eine buschigere, produktivere Struktur. Das Hormon dahinter ist Auxin, dasselbe, das für die Streckung verantwortlich ist, sobald du auf 12/12 umstellst. Schneidest oder kneifst du den oberen Wachstumstrieb, unterbrichst du diesen Fluss und zwingst die beiden kleinen Seitentriebe darunter, als symmetrisches Paar zu übernehmen.

Topping vs. FIM: Der schnelle Unterschied

Topping entfernt den oberen Wachstumstrieb komplett, ein sauberer Schnitt, der die Dominanz dieses Triebs dauerhaft beendet. FIM (“f*ck, I missed”, so der tatsächliche Ursprung des Namens, von Growern, deren Topping-Versuche danebengingen) ist gezielter: Du lässt etwa 30 % des oberen Triebs intakt, statt ihn komplett abzuschneiden. Dieser teilweise Schnitt unterbricht Auxin nur vorübergehend, der Trieb erholt sich und nimmt das vertikale Wachstum nach etwa einer Woche wieder auf, während Toppings Effekt dauerhaft ist.

FIM: Vorteile und Anleitung

FIM ist die sanftere der beiden Techniken, nützlich, wenn du eine buschigere, kompaktere Pflanze willst, ohne dich auf eine dauerhafte Strukturänderung festzulegen. Da die Unterbrechung nur vorübergehend ist, kannst du sie mehrfach in der Vegi wiederholen, wenn du auf eine lange vegetative Phase Richtung große Pflanze hinarbeitest, kombiniert mit Topping, LST oder Supercropping nach Bedarf. Es passt auch gut zu SCROG-Setups, wo ein gleichmäßiges unteres Blätterdach zählt, und Fimmen der unteren Äste hilft speziell dabei, die kleinen, minderwertigen “Popcorn”-Buds zu vermeiden, die sich dort sonst ohnehin bilden.

Anleitung zum Fimmen von Cannabispflanzen

So fimmst du richtig:

  1. Starte mit sauberer, scharfer Schere, vor Gebrauch mit Alkohol abgewischt.
  2. Warte, bis die Pflanze 6-8 Nodien hat (nie weniger als 4). Kneife die obersten beiden Blätter sanft zwischen Finger und Daumen zusammen.
  3. Mach einen sauberen, horizontalen Schnitt, entferne etwa 70 % des oberen Triebs und lass etwa 30 % stehen.
  4. Lass das verbleibende Wachstum unangetastet. Neues Wachstum erscheint meist innerhalb einer Woche, während der Trieb das vertikale Wachstum wieder aufnimmt.
  5. Wiederhole später in der Vegi, wenn du willst, mehrere Runden über eine lange 18/6-Phase ergeben aber eine spürbar schwerere, buschigere Pflanze bis zur Blüteumstellung.
Eine HST-Fimming-Infografik

Fehler, die du vermeiden solltest: Fimme niemals, sobald die Blüte begonnen hat, der Pflanze fehlt dann die Zeit zur Erholung, und du verlierst Blütenproduktion für den Stress. Nutze wirklich scharfe Scheren, eine stumpfe Klinge reißt statt zu schneiden und erhöht das Infektionsrisiko. Und lass es bei Autoflowers komplett bleiben, ihr komprimiertes vegetatives Fenster lässt ohnehin nicht genug Zeit zur Erholung, bevor sie blühen, und du bekommst am Ende nur eine gestauchte Pflanze für den Aufwand.

Topping: Vorteile und Anleitung

Cannabis fimmen und toppen erklärt

Topping tauscht eine kurze Erholungsverzögerung gegen eine dauerhafte Strukturänderung: Statt einer dominanten Cola bekommst du mehrere Hauptcolas, die mehr oder weniger gleichberechtigt ums Licht konkurrieren. Das übersetzt sich direkt in ein gleichmäßigeres Blätterdach und, gut ausgeführt, in einen echten Ertragszuwachs, mehr Blütenstände bedeuten mehr Gesamtblüte.

Die Vorteile gehen über den Ertrag hinaus: ein gleichmäßigeres Blätterdach unter Kunstlicht, geringere Gesamthöhe (nützlich, wenn vertikaler Platz dein limitierender Faktor ist), bessere Lichtdurchdringung und Luftzirkulation zu den unteren Ästen (was Schimmel- und Schädlingsrisiko senkt), und es lässt sich sauber mit LST oder SCROG kombinieren, wenn du die Struktur weiter pushen willst.

So toppst du richtig:

  1. Sterilisiere eine scharfe Schere oder Pflanzenschere zuerst mit Reinigungsalkohol.
  2. Warte, bis die Pflanze 5-8 Nodien hat (nie weniger als 4). Finde den Hauptwachstumstrieb oben und suche das Nodium direkt darunter, wo zwei kleine Seitentriebe wachsen.
  3. Schneide den Haupttrieb sauber direkt über diesem Nodium ab, lass die beiden Seitentriebe komplett intakt.
  4. Gib der Pflanze ein paar Tage zur Erholung. Du siehst, wie die beiden verbleibenden Triebe nach außen wachsen und zu den neuen Hauptstängeln der Pflanze werden.
  5. Wiederhole später in der Vegi, wenn du eine noch buschigere Struktur mit mehr Colas willst, die meisten Grower toppen ein- oder zweimal, mehr kostet dich mehr Erholungszeit, als es dir an Wachstum bringt.

Fehler, die du vermeiden solltest: Dieselben Grundregeln wie bei FIM gelten hier, nur scharfe, sterile Werkzeuge, nie während der Blüte toppen, und der Pflanze echte Erholungszeit zwischen den Runden geben, statt Schnitte zu eng aufeinander zu stapeln. Topping wird bei Autoflowers ebenfalls generell nicht empfohlen, aus demselben Grund wie bei FIM: Ihr vegetatives Fenster ist zu kurz, um sich richtig zu erholen, bevor sie planmäßig blühen, egal was du mit ihnen gemacht hast.

Sieh dir die Technik in unserem Skunkworks Project Video zum Topping an.

Mit Geduld trainieren

Wir bauen und trainieren seit 1994 Cannabis in Amsterdam an, und beide Techniken sind bei einer gesunden, gut etablierten Pflanze wirklich risikoarm, ein sauberer Schnitt, dann Geduld. Die Pflanze ist in der Vegi bemerkenswert anpassungsfähig, braucht aber trotzdem dieses Erholungsfenster, bevor du sie erneut forderst, beobachte, wie sie reagiert, statt nach festem Zeitplan vorzugehen.

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