Contents
Cannabis ist von Natur aus etwa zur Hälfte männlich und zur Hälfte weiblich, eine Packung regulärer Samen ist also per Definition ein Münzwurf. Bis in die späten 1990er war dieser Münzwurf die einzige Option: pflanzen, warten, hoffen. Paradise Seeds gehörte seit unserer Gründung 1994 zu den Amsterdamer Züchtern, die mit Feminisierung experimentierten, und dieser Wandel hat den Cannabis-Anbau grundlegend verändert, auch wenn reguläre Samen nie ganz verschwunden sind und es bis heute echte Gründe gibt, bei ihnen zu bleiben.
Warum die meisten Grower zu feminisierten Samen greifen
Bei regulären Samen pflanzt du im Grunde doppelt so viele Pflanzen, wie du am Ende tatsächlich ernten kannst, denn etwa die Hälfte wird männlich. Feminisierte Samen nehmen dir diese Unsicherheit ab: ob Sativa, Indica oder Hybrid, eine feminisierte Packung hat eine 99-prozentige Wahrscheinlichkeit, ausschließlich weibliche Pflanzen hervorzubringen. Das macht die Planung deines Grows, deines Platzes und deines Zeitplans deutlich präziser.
Diese Präzision zählt besonders, wenn du dich an ein gesetzliches Pflanzenlimit halten musst, für medizinische Zwecke anbaust, oder einen kleinen Indoor-Grow-Raum betreibst, in dem jeder Quadratzentimeter zählt und eine männliche Pflanze verschwendeter Platz ist, bis du sie zur Blüte hin entdeckst. Für alle, die nicht züchten wollen, entfällt mit feminisierten Samen die ganze Arbeit des Männchen-Aussortierens.
Warum manche Grower weiterhin reguläre Samen wählen
Reguläre Samen sind nicht verschwunden, und das liegt nicht nur an Gewohnheit. Wer regulär anbaut, hat auch männliche Pflanzen zur Verfügung und kann damit kreuzen und eigene Sorten züchten, statt auf die Genetik anderer angewiesen zu sein. Viele Grower berichten außerdem, dass weibliche Pflanzen aus regulären Samen größer, kräftiger und widerstandsfähiger gegenüber Temperaturschwankungen und anderem Stress sind als ihre feminisierten Gegenstücke, und dass Klone von diesen Pflanzen ebenfalls gesünder ausfallen.
Reguläre Samen sind zudem meist günstiger. Der Haken: Du musst die Männchen früh erkennen und entfernen, bevor sie deine weiblichen Pflanzen bestäuben und die Ernte beenden, bevor sie richtig begonnen hat.
Wie feminisierte Samen tatsächlich hergestellt werden
Jede Methode zur Herstellung feminisierter Samen funktioniert nach demselben Prinzip: Eine weibliche Pflanze wird dazu gebracht, männliche Pollensäcke zu bilden, deren Pollen dann eine andere weibliche Pflanze bestäubt. Da keine der beiden “Elternpflanzen” ein männliches Chromosom trägt, wächst aus jedem entstehenden Samen eine weibliche Pflanze.
Die chemische Methode nutzt Substanzen wie Gibberellinsäure, Silberkolloid oder Silberthiosulfat, die direkt auf die Äste gesprüht werden, an denen die Feminisierung stattfinden soll. Diese Stoffe blockieren Ethylen, das für die Blüte verantwortliche Hormon. Ohne Ethylen entwickelt die Pflanze an den besprühten Ästen männliche Merkmale, während der Rest der Pflanze normal weiterblüht.
Daneben gibt es die sogenannte “natürliche” Methode, die trotz ihres Namens deutlich härter für die Pflanze ist: Sie wird starkem Stress ausgesetzt, etwa extrem langen Lichtperioden oder Hitze, bis sie als Überlebensreaktion Pollensäcke bildet. Diese Methode ist deutlich unzuverlässiger, und sie ist derselbe Mechanismus, der auch ungewollte Zwitterpflanzen hervorbringt. Genau deshalb setzen seriöse Seedbanks auf die kontrollierte chemische Methode. Kaufst du bei einem Anbieter, der Feminisierung ernst nimmt, musst du dir um Zwittrigkeit bei deinen feminisierten Samen keine Sorgen machen.
Männliche und weibliche Pflanzen unterscheiden
Das Geschlecht von Cannabis wird durch X- und Y-Chromosomen bestimmt, genau wie beim Menschen: Weibliche Pflanzen tragen zwei X-Chromosomen, männliche eines X und eines Y. In der vegetativen Phase sind männliche und weibliche Pflanzen nicht zu unterscheiden. Das ändert sich, sobald Vorblüten erscheinen, meist 3 bis 6 Wochen nach der Keimung.
Weibliche Pflanzen zeigen tropfenförmige Kelche an den Astachseln, jeweils mit einem Paar weißer Härchen (das sind die Stigmen bzw. Pistillen, die mit zunehmender Reife dunkler werden, ein Signal, das Grower zur Erntezeitbestimmung nutzen). Genau diese Vorblütenbüschel werden später zu den Blüten, für die du überhaupt anbaust.
Männliche Pflanzen entwickeln kleine, runde Pollensäcke, etwa samenkorngroß, meist ab 3 bis 4 Wochen nach der Keimung sichtbar. Im Vergleich zu einer weiblichen Pflanze derselben Sorte wachsen Männchen tendenziell höher mit einem kräftigeren Stängel zur Stützung, weiterem Abstand zwischen den Astknoten und insgesamt weniger Blättern.
Baust du reguläre Samen an, solltest du früh und regelmäßig auf folgende Anzeichen achten:
- Pollensäcke. Das eindeutigste Zeichen. Siehst du sie, entferne die Pflanze sofort.
- Höhe und Wuchsform. Männchen schießen in der frühen vegetativen Phase meist schneller in die Höhe, während Weibchen buschiger und kompakter bleiben.
- Knotenabstand. Weiterer Abstand zwischen den Astansätzen deutet meist auf ein Männchen hin.
- Kelchgröße. Klein und ohne Härchen spricht für männlich, größer mit weißen Härchen für weiblich.
Das Risiko von Zwitterpflanzen
Cannabis kennt neben männlich und weiblich noch eine dritte Möglichkeit: Zwitterpflanzen, die beide Geschlechter in sich tragen. Außerhalb der gezielten Feminisierung tauchen sie meist auf zwei Wegen auf: entweder aus einem minderwertigen feminisierten Samen, dessen Elternpflanze durch Stress zur Pollenbildung gezwungen wurde, oder aus einer eigentlich gesunden Pflanze, die durch schlechte Anbaubedingungen wie Hitze, Nährstoffprobleme, Wurzelfäule oder Lichteinfall während der Dunkelphase zur Zwittrigkeit getrieben wird.
Das Gefährliche daran: Eine Zwitterpflanze kann lange fast rein weiblich aussehen, bis sie plötzlich Pollen produziert und alles in ihrer Umgebung bestäubt, womit deine gesamte Ernte auf dem Spiel steht. Manche Hybridsorten mit kalifornischem Erbe scheinen dazu etwas anfälliger zu sein, weshalb sich bei diesen Sorten ein genauerer Blick lohnt. Behandle eine Zwitterpflanze genauso wie ein Männchen: erkennen und so früh wie möglich entfernen.
Was solltest du anbauen?
Die Entscheidung hängt davon ab, was du eigentlich vorhast. Willst du züchten, klonen oder die größten, robustesten weiblichen Pflanzen bekommen und nimmst dafür etwas Mehraufwand in Kauf, ergeben reguläre Samen weiterhin Sinn. Willst du einen planbaren, unkomplizierten Grow, bei dem jeder gepflanzte Samen zu einer erntereifen Pflanze wird, sind feminisierte Samen für die meisten die bessere Wahl.
Bereit, mit Sicherheit zu pflanzen? Stöbere durch unsere feminisierten Cannabis-Samen und starte deinen nächsten Grow mit dem Wissen, dass jeder Samen in der Packung auf dasselbe Ziel hinarbeitet: die Ernte.